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OUGENWEIDE Ja-Markt - Noch aber ist April

catalog number: BCD15974

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OUGENWEIDE: Ja-Markt - Noch aber ist April

1-CD with 44-page booklet, 16 tracks. Playing time approx. 74 mns.

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Artikeleigenschaften von OUGENWEIDE: Ja-Markt - Noch aber ist April

  • Interpret: OUGENWEIDE

  • Albumtitel: Ja-Markt - Noch aber ist April

  • Format CD
  • Genre Country

  • Music Genre Folk
  • Music Style Folk
  • Music Sub-Genre 149 Folk
  • Title Ja-Markt / Noch aber ist April
  • Label BEAR FAMILY RECORDS

  • Price code AH
  • SubGenre Country - General

  • EAN: 4000127159748

  • weight in Kg 0.115
 
 

Artist description "Ougenweide"

Aufbruch und Veränderung

Ende der Siebziger Jahre waren Ougenweide zur Institution geworden: Sie hatten mit dem Minne-Rock ein eigenes Genre geschaffen, mit 'Ungezwungen' 1978 ein hervorragendes Live-Album vorgelegt und mit 'Ousflug' (1978) eine Art stilistisches Resümée gezogen. In der LP-Reihe 'Liederbuch' hatte Polydor ihnen schließlich auch noch ein 'Best Of'-Album gewidmet, womit die Gruppe und ihr Sound einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft gefunden hatten. Eigentlich ein sicherer Ausgangspunkt, das Projekt erfolgreich fortzuschreiben und behutsam weiterzuentwickeln.

 

'Ja-Markt' (1980)
Doch ganz offenbar war Ougenweide dieser vorherbestimmte Weg zu einfach. Im Wechsel des Jahrzehnts sah die Gruppe die Chance und die Herausforderung, etwas Neues zu beginnen. Mittelhochdeutsch singen? Warum denn in dieser modernen Zeit, in der es soviel zu sagen gibt! Alte Melodien? Wieso, wenn wir selbst aufregende neue Musik schreiben können! Also gab es keine mittelalterlichen Töne und Klänge mehr, keine märchenhaft-verspielten LP-Cover, keine Texte aus der Feder von Neidhart oder Walther, und auch nur noch selten die fremdartig klingenden alten Instrumente.

 

Auf dem Titelbild prangte ein übergroßer Barcode - gerade neu zur Kennzeichnung von Waren überall eingeführt. Er wird durch eine sympathisch aussehende junge Frau auseinandergerissen. Ja, richtig, es ist Minne Graw, und sie trägt kein wehendes Folklorekleid, sondern sieht aus wie die engagierte Studentin von nebenan. Das Signal ist deutlich: Hier kommen wir, um die Welt der Waren durch die wahre Welt zu ersetzen. Und die ist keine nette, rückwärtsgewandte Folk-Idylle. "Fabeltier sein ist vorbei, es wird Zeit, daß sich was regt", heißt es in einem der Lieder programmatisch. Dem aufrüttelnden Charakter der Texte entsprechend geriet auch die Musik: So virtuos hatten die Musiker noch nie aufgespielt, die Kompositionen sind voller Breaks, Synkopen und überraschender Wendungen, alles klingt aufregend, klug durchdacht, frech und frisch. Aber das, was Ougenweide bislang ausgemacht hatte, schimmert nur noch an einigen Stellen durch.

 

Schon das Auftaktstück Ich bin ein Folkfreak wirkt wie eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit und der eigenen Szene. So gibt es auf dem Album auch wenig Ruhe und Besinnlichkeit. Die einzige bekannte Melodie ist das Heimatlied Kein schöner Land, das Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1838 unter Verwendung der Volkslieder Ade, mein Schatz, und ich muß fort und Ich kann und mag nimmer fröhlich sein neu gestaltet hatte. Olaf Casalich schrieb zur wunderbaren Weise, die auch durch den Mißbrauch durch unzählige Männerchöre ihren Liebreiz immer noch nicht verloren hat, eine kritische Bestandsaufnahme des schönen Landes "in uns'rer Zeit" : Die Lindenbäume weichen dem Beton, statt des Gottes am Himmel wacht der Verfassungsschutz über uns, man will "uns lenken und für uns denken". So steht auch am Ende dieses Liedes der Aufruf zum Widerstand: "Wir müssen lernen, uns nun zu wehren, die Zeit ist da!"

 

Das Lied Heimat und so zieht dann nicht nur einen Trennstrich zu 'Blut und Boden' und Volksgemeinschafts-Gedanken, sondern stellt auch den aufgeklärten Heimatbegriff der stets stark regional verankerten Umweltbewegung mit auf den Prüfstand. "Mein Zuhause ist ein Nest, das darf mir keiner beschmutzen", so bringt Jürgen Isenbart den Konformitätsdruck inmitten der Kuscheligkeit zum Ausdruck. Mit "Mein Zuhause ist der Zoo, mein Zuhause ist das Klo" zieht er die weihevollen Gedanken an die wunderbare Heimat, die uns nährt und trägt, endgültig ins Absurde.

 

Noch schriller im Text und in der hektisch sich überschlagenden musikalischen Umsetzung gerät das Titelstück: Das Deutschland Anfang der 80er Jahre ist für Ougenweide vor allem ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, in dem Gurus, Offiziere und Beauty-Queens um Vorherrschaft und Gefolgschaft kämpfen. Die Überflutung mit Reizen und falschen Sinn-Angeboten prägen diesen Ja-Markt, dem sich Ougenweide in einem fast achtminütigen Kabinettstückchen hingeben, das mit Sicherheit zu den originellsten Kompositionen im Schaffen der Band gehört. Gentle Giant, Genesis, 10cc und natürlich immer wieder Jethro Tull: Einflüsse aus vielen Richtungen treffen zusammen und verbinden sich mit dem Aufbruchsgeist der grünen Bewegung, die sich ganz sicher ist, daß eine neue Zeit vor uns liegt, deren Türen nur endlich geöffnet werden müssen.

 

Insofern paßt Ja-Markt eigentlich gut in die Ära der Bauplatz- und Hausbesetzungen, der Großdemonstrationen gegen Rüstungswahnsinn und Atom-Mafia. Daß der Neuanfang trotzdem nicht honoriert wurde, liegt wohl daran, daß das Ganze zu intellektuell geraten ist: Die Bots waren es, musikalisch mit ihrem Recycling alter Instrumente und Melodien eigentlich gar nicht so weit entfernt von Ougenweide, die den Soundtrack der Friedensmärsche liefern: Aufsteh'n, Das weiche Wasser bricht den Stein und Was wollen wir trinken? sind die lagerfeuerkompatiblen Lieder der Hüttendörfer an der Startbahn West und im Wendland. Ougenweide dagegen waren zu sehr künstlerisch gereift, zu lange im Geschäft und zu wenig naiv oder abgebrüht, um hier den richtigen Ton zu liefern.

 

Die Verbindung von Widerstands-Lyrik und echter Poesie gelingt am besten dort, wo man an das 'Fryheit'-Album anknüpft: Das Abschluß-Stück ist eine Vertonung einiger Strophen des Gedichts Deutschland- auf weichem Pfühle von Georg Herwegh (1817-1865) - ein sarkastisches Gute-Nacht-Lied für Deutschland: "Auch, wenn man dir alles verböte, ach, gräm dich nicht zu sehr, du hast ja Schiller und Goethe, schlafe, was willst du mehr?" Der aufmunternd-fröhliche Ton der musikalischen Umsetzung des Textes macht klar, daß hier alles andere als 'Gute Nacht' gesagt werden soll. Es ist als Weckruf für ein neues Jahrzehnt, eine neue Zeit gedacht! Daß diese Botschaft trotz hohen Anspruchs und viel musikalischer Fantasie nur begrenzt beim Publikum ankam, liegt wahrscheinlich daran, daß beim Neustart zuviele Wurzeln gekappt wurden. Man hatte auch dem Ougenweide-Fan ein Stück Heimat genommen!

 

'Noch aber ist April' (1981)

Das änderte sich auch nicht mit der nächsten LP. Beim Anhören der ersten Töne fragt man sich unwillkürlich: Das sollen Ougenweide sein?! Der Opener Nie wieder ist ein großartiges Stück, kristallklar produziert, knochentrocken und ein wenig unterkühlt dargeboten, mit einem rätselhaften und assoziationsreichen Text, der Bilder im Kopf produziert. Ja, das ist genau der Sound, den man Anfang der 80er erwartet! Doch er könnte genauso gut von Spliff sein, vom Stil der Band ist hier nichts mehr zu spüren. Selbst die Stimme verblüfft: Kein Olaf, keine Minne! Frank Wulff steht als Solist am Mikro. Er macht seine Sache sehr gut, aber er manifestiert damit den Abschied vom Gewohnten.

 

Daß man es mit Deutschlands einstiger Folk-Rock-Ikone zu tun hat, merkt man ein wenig beim zweiten Stück, einem tänzerischen Instrumental mit dem Titel Muspilli (nach einem althochdeutschen Gedicht über das Welten-Ende). Erst im dann folgenden Titelsong erkennt man die Band wirklich, vor allem an Minnes Gesang: Ougenweide vertonen hier einen Text der Marburger Dichterin Anna Rheinsberg, ein wunderbares Gedicht über ein vernachlässigtes Kind in Berlin. Die freche Göre mit verrutschtem Kniestrumpf und viel (zu viel?) Fantasie ziert auch das Cover der LP. Im Hintergrund die typischen Spießer - Mann mit Hut, Frau mit Handtasche -, die die Kleine mißgünstig beäugen. Ougenweide vertonen das tieftraurige Gedicht mit einer einfachen Melodie in einem dezenten, von Fingerpicking-Gitarren geprägten Arrangement, das eine leicht melancholische Fröhlichkeit ausstrahlt.

 

Überhaupt, die Melancholie: Im Gegensatz zur fast schon nervösen Aufbruchsstimmung des 'Ja-Marktes' überwiegen auf dem 'April'-Album die nachdenklichen Klänge. Das merkt man auch an der Sprache: Statt "Wehrt Euch" heißt es, immer noch widerstandslustig, aber doch wieder poetischer: "Wir müssen diesem Wahnsinn ein Balken zwischen den Beinen sein".

 

aus dem Booklet BCD15974  - OUGENWEIDE Ja-Markt - Noch aber ist April
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Copyright © Bear Family Records

 
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