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Cluster (Kluster-Qluaster)

1968 baute Hans-Joachim Roedelius mit dem Konzeptkünstler Conrad Schnitzler den Club "Zodiac Free Arts Lab" auf. Roedelius gilt als einer der dienstältesten Elektro-, Kraut- und Avantgardepioniere der elek- tronischen Musik; zusätzlich betätigte er sich von Beginn an immer wieder auch als Schriftsteller und im Bereich bildender Kunst. Conrad 'Conny' Schnitzler stammte eigentlich aus Düsseldorf, war später eine der wichtigsten Figuren in der Entwicklung des Krautrock und "ca. 50 Jahre lang eine Institution in der deut- schen elektronischen Musikszene" (COSMIC EGG). Er studierte Bildhauerei bei Beuys und Komposition bei Stock- hausen und ließ sich von John Cage und Pierre Schaeffer inspirieren. Parallel zum "Zodiac"-Club hatte Schnitzler als Mitglied von Tangerine Dream gearbeitet. Nach dem Debütalbum verließ er die Band und gründete im Herbst 1969 mit seinen Freunden Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius die Gruppe Kluster. Das Debüt 'Klopfzeichen' (1970) bestand zur Hälfte aus Musik. Die andere Hälfte enthielt Texte von ver- schiedenen Autoren wie Dorothy Sölle, Eva Zeller, Liselotte Rauner, Rudolf Otto Wiemer, Uwe Seidel und Wilhelm Willms, die sich mit Umweltproblemen beschäftigten, gelesen von Christa Schnitzler-Runge.

Der Joseph Beuys-Student Schnitzler "sorgte für die linksradikale Ausrichtung, die von der Studentenrevolte Ende der 60er beeinflußt worden war. Musikalisch war dieses Album von 'musique concrete' von Edgar Varese und Karl Heinz Stockhausen beeinflußt" (BABYBLAUE SEITEN). Auch das zweite Kluster-Album 'Zwei-Osterei' (1971), das ein halbes Jahr später erschien, war nach demselben Konzept wie das Debüt angelegt. Diesmal waren es Texte von Hilde Domin, Kurt Marti, Rudolph Bohren, Solle, Rauner und Wie- mer, die vom Schauspieler Man- fred Paethe († 2014) gelesen wurden. Die zweite LP "übertraf in seiner Konsequenz, in seiner harschen Geräuschhaftigkeit und seinen brutalen Lärmattacken das vorangegangene Album ganz er- heblich" (TIETCHENS). Was Kluster auf diesem Album mit dem "harmlosen Titel boten, war kom- promißloseste Neu-Tonmusik, bzw. Musik überhaupt nur im allerweitesten Sinn. Melodie, Rhythmus, irgendeine Art von Struktur – Fehlanzeige.

Das Ganze ergab eine nicht leicht verdau- liche, aber äußerst faszinierende Mischung, bei der im ersten Teil noch Pro- satexte deutscher Autoren mit oft mythisch-religiösem Inhalt vorgetragen wurden" (BABYBLAUE SEITEN). Im Herbst trat das Trio beim Pop Festival auf Fehmarn auf. Nach einem Live-Konzert in Göttingen verließ der "Erz-Experimentalist" (JULIAN COPE) Schnitzler die Gruppe. "Er hatte so radikale Vorstellungen von Musik als Geräusch, daß er Moebius und Roedelius in die Flucht schlug" (DE:BUG). Schnitzler nahm seine Solokarriere in Angriff und arbeitete in Berlin unter dem Namen Eruption mit Klaus Freudigmann und Wolfgang Seidel (ex-Ton Steine Scherben) weiter. Diese "deutsche Krautrock- oder Experimental-Musik-Soupergroup" (COSMIC EGG) hatte eine schnell wechselnde Besetzung von Musikern, mit denen Schnitzler Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre im "Zodiac"-Club gespielt hatte. Außer dem musikalischen Kern gehörten Klaus Schulze (Tangerine Dream), Manuel Göttsching und Hartmut Enke, (beide später Ash Ra Tempel), Dieter Serfas (Amon Düül II, Embryo), Michael Günther und Lutz Ulbrich (beide Agitation Free), Christa Schnitzler-Runge (die die Texte auf dem ersten Kluster-Album gelesen hatte) sowie weitere Mitglieder von Amon Düül dazu.

Vorher war aber noch das dritte und letzte Album des Trios Kluster erschienen. 'Eruption' war 1971 beim letzten Konzert von Kluster aufgenommen worden. Der Untertitel 'Elektroakustische Musik, Live Recorded 1971' bedeutete in diesem Fall, daß die "drei Musiker elektronische Keyboards, elektrische Gitarren und Effekte mit akustischen Klangquellen, wie Cello, Geige, Snare-Drum, Pauke, Flöte oder Pianosaiten kombinierten. Dabei herausgekommen war eine ungemein dunkle, intensive Collage-artige Avantgarde-Musik, die mal hängende Töne oder Geräusche bereithielt, dann wieder rhythmische Akzente zu setzen vermochte" (BABYBLAUE SEITEN). Später er- schienen noch diverse Kluster-Alben mit unveröffentlichtem, live mitgeschnittenem und neuem Material unter dem Gruppennamen Kluster oder Eruption. Nach dem Ende von Kluster veröffentlichte Schnitzler als Solist eine unzählige Anzahl von Alben, Kassetten und CDs, sowohl im Selbstverlag, als auch für ver- schiedene Labels auf der ganzen Welt...

 

Burghard Rausch im Juni 2020

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