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GERT WILDEN

Aus Böhmen kommt die Musik

Gert Wilden, der ursprünglich Gert Wychodil heißt, stammt aus dem Norden Böhmens, wo bekanntermaßen viele exzellente Musiker ihren Geburtsort haben. "Woher das kommt, weiß kein Mensch. Aber es ist nun einmal de facto so. 'Aus Böhmen kommt die Musik' heißt es ja schon in einem schönen Schlager, und wirklich, das geht schon zurück auf Smetana, Dvorák und wie sie alle hießen. Das hat sich bis heute fortgesetzt."

Das Licht der Welt erblickt Gert Wilden am 15. April 1923 in Mährisch-Trübau, seine Kindheit verbringt er in Mähren. Auch in seinem Elternhaus wird musiziert. "Ich kam zur Musik sowohl durch meine Mama, die ganz gut Klavier spielte und sang, als auch durch das Grammophon meines Bruders. Auch das Radio spielte dabei eine Rolle."

Nach dem Abitur studiert Wilden an der Prager Musikhochschule Kompositionslehre und Dirigieren bei keinem Geringeren als George Szell sowie bei Fidelio Finke (dem späteren Rektor des Dresdner Konservatoriums). Auch von Fritz Rieger lernt er auf dem Gebiet der Musik viel. Noch während des Studiums übernimmt er die Leitung des Tanzorchesters am Sender Pilsen.

Nach dem Krieg kommt Gert Wilden erstmals mit der Filmmusik in Kontakt. Er wird Assistent eines der größten Filmkomponisten seiner Zeit. "Werner Richard Heymann, einer der größten UFA-Komponisten, der als Jude nach Hollywood emigrierte, in Deutschland 'Die Drei von der Tankstelle', 'Der Kongreß tanzt' usw. geschrieben hatte und drüben viele große Filme u. a. mit Greta Garbo gemacht hatte, kehrte zurück nach Deutschland, hörte im Radio ein Potpourri 'Werner-Richard-Heymann-Erinnerungen', das ich fürs Münchner Filmorchester geschrieben hatte. Heymann rief bei diesem Sender an, wer diese schöne Bearbeitung denn gemacht hätte: Und das war dann ich. Da wurde ich dann gleich sein Assistent und Arrangeur. Später kamen dann viele andere Komponisten, beispielsweise Lothar Brühne, Hans-Martin Majewski und, und, und, für die ich ebenfalls Arrangeur und sozusagen Ghostwriter war, bis ich dann selbst mit eigenen Filmen in das Filmgeschäft einsteigen konnte."

Und das konnte sich hören lassen. Die Palette der Arbeiten von Gert Wilden umfaßt dabei sämtliche Genres. In besonders guter Erinnerung geblieben sind die vielen Abenteuerfilmmusiken für 'Heißer Hafen Hongkong' mit Curd Jürgens, die Abenteuer der Romanfigur Rolf Torring in 'Der Fluch des schwarzen Rubin' oder 'Weiße Fracht für Hongkong' und 'Der schwarze Panther von Ratana'. "Ich habe eine ziemliche Reihe von Abenteuermusiken geschrieben. An eine lustige Geschichte kann ich mich bei den Dreharbeiten zum 'Schwarzen Panther von Ratana' erinnern. Man fand für die Aufnahmen weit und breit um Ratana keinen schwarzen Panther. Also nahm man kurzerhand eine schwarze Katze, strickte die ein bißchen auf Breitwand und hat die dann kurz eingespielt. Das wurde derart gefilmt, daß kein Mensch gemerkt hat, daß es gar kein schwarzer Panther war."

Natürlich gibt es auch bei der Krimiwelle der sechziger Jahre Klänge von Wilden. Die von ihm betreuten Filme heißen 'Das Rätsel der grünen Spinne', 'Das Hotel der toten Gäste' oder 'Frühstück mit dem Tod'. Dem ersten Bryan-Edgar-Wallace-Krimi aus Artur Brauners CCC-Filmschmiede, 'Das Geheimnis der schwarzen Koffer', bringt Gert Wilden ebenfalls Töne bei. Und die Musik ist oftmals das einzige, was heute noch an diesen Filmen von Interesse ist.

"Keiner meiner zahlreichen Krimis, die ich geschrieben habe, lief Gefahr, den Oscar zu gewinnen, aber man konnte immer der Story folgen, die Charaktere verstehen und verlebte eine gute Zeit beim Anschauen. In diesen Tagen, gerade für die Low-Budget-Filme, mußte der Komponist über die Themen nachdenken. Die Musik wurde noch mit echten, lebenden Musikern eingespielt. Gemessen am heutigen Standard, ist diese Arbeitsmethode zum Anachronismus geworden. Als es früher um das Budget dieser Filme ging, waren die Produzenten genauso zögernd wie heutzutage. Der Traum eines jeden Produzenten war ein neuer 'Dritter Mann'-Score, ein weltweiter Erfolg, eingespielt von einem einzigen Mann.

Ich war sehr beliebt bei Produzenten, zum Beispiel bei Artur Brauner und seiner CCC-Film. Sie wußten, daß ich gute Sachen mit sehr geringen Mitteln machen konnte. Bei meinem ersten Job für Brauner, dem Krimi 'Das Geheimnis der schwarzen Koffer', arbeitete ich mit nur sieben Musikern (drei Gitarren, einem Baß und drei Trommlern). Sehr zum Ärger von Artur konnte ich nicht bei jedem Projekt mit einem solch kleinen Ensemble bestehen, besonders wenn ich für seine großen Revue-Filme komponierte.

Ich habe gute Erinnerungen an die bearbeiteten Filme der sechziger und siebziger Jahre. Es war eine wunderbare, interessante Zeit, reich an großen Leuten, Spaß und einer Menge lohnender Arbeit."

Gert Wilden Grosse Deutsche Filmkomponisten Vol.2
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Gert Wilden: Grosse Deutsche Filmkomponisten Vol.2
Art-Nr.: BCD16482
 

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1-CD DigiPac (6-plated) with 78-page booklet, 33 tracks. Playing time 75:35 mns.

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