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Who was/is Wilfried Schmickler ? - CDs, Vinyl LPs, DVD and more



Der Lebenslauf von Wilfried Schmickler

Die 1950er

1954: Problemlose Geburt in Monheim. Vater: Theo. Rheinländer (Hitdorf) aus ärmeren Verhältnissen.
Hitlers letztes Aufgebot. Westfront. Französische Gefangenschaft. Chemielaborant (Bayer). Wenn politisch, dann Sozialdemokrat. Vereinsmensch. Grundsätzlich zufrieden. Mutter: Helga. Pommerin (Rügenwalde) aus noch ärmeren Verhältnissen, aber immer bei den 'feinen Leuten' gearbeitet, wahrscheinlich als rechtlose Dienstmagd. Flüchtling. Hausfrau. Mutter. Ungelernte Verkäuferin. Grundsätzlich unzufrieden. Schwester: Elke. Jahrgang 53.

Bis 1960: Wohnhaft in Hitdorf. 4 Personen in zwei Zimmern. Immerhin. Keine besonderen Vorkommnisse. Die eine oder andere Tracht Prügel hat noch keinem geschadet.


Die 1960er
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1960: Umzug von Wilfried Schmickler in die Genossenschaftswohnung, aus der die letzte Bewohnerin (Mutter) erst im Jahr 2013 ausziehen wird. 3 Zimmer, Küche, Diele, Bad, Balkon. Einschulung: Katholische Volksschule Hitdorf (Frau Zimmermann, die mit der Laute. Frau Schultes, die mit dem Dutt. Rektor Schulte, der mir dem Stock).

1963: Erste heilige Kommunion. Aus Kostengründen ein Jahr vorgezogen. Fahrrad, Uhr, Nachbarschafts-Pralinen.

1963-1969: Messdiener, später Vorbeter in Sankt Stephanus Hitdorf (Arschloch-Pfarrer Hoppe).

1965-1969: Fußballverein. D-Jugend, später C-Jugend SC Hitdorf. Völlig talentloser linker Verteidiger. Wilfried Schmickler wurde nur aufgestellt, damit 11 Spieler auf dem Platz stehen. Berlin-Reise (1968 – Austausch mit Kickers 1900 Berlin).

1964: Wechsel aufs neusprachliche Landrat-Lucas-Gymnasium1 in Opladen (40 Minuten Bus, 30 Minuten Fahrrad). Klassensprecher. Unterstufensprecher. Mittelstufensprecher. Schülerzeitungs-Redakteur. Die Schule als Heimat.

Diverse Aufenthalte in Kinderlandverschickungsheimen (Bad Driburg, Bad Kreuznach, Sylt). Erste Familienurlaube (Bad Amorbach, Texel). Am Ende des Jahrzehnts Besitz von Koffer-Radio (Telefunken), Tonbandgerät (Grundig TK 145) und Plattenspieler (Mister Hit) ohne Schallplatten. Erste Einnahmen als Erntehelfer, Nachhilfe-Lehrer, Hilfsarbeiter (Chemie, Pharma).


Die 1970er

1970-1973: Reformierte Oberstufe. Leistungskurse Deutsch (1) und Französisch (4-). Im Fach Deutsch nachhaltige Begegnungen mit moderner Lyrik und (bundes)deutscher Gegenwarts-Literatur. Schulsprecher, Schülerzeitungsredakteur, Schuldruckerei-Beauftragter. Motto: jede Minute, die Du an der Schule verbringen darfst, musst Du nicht zuhause sein.

1973: Abitur ohne Feier. Gleichzeitig Musterungsbescheid: Voll Tauglich. Kriegsdienstverweigerer (anerkannt im ersten Verfahren). Wilfried Schmickler's erster selbstbestimmter Urlaub: Zu viert im Käfer Camping in der damaligen Militärdiktatur Griechenland. Politisch absolut unkorrekt aber billig und schön.

1973-1975: Zivildienst im Haus der Jugend in den Kämpen in Leverkusen-Wiesdorf unter Sozialarbeiter und Mentor Axel Volmer. Nachmittags Schulaufgabenhilfe für polnische Spätaussiedler-Kinder, abends Teekochen für und Kiffen mit deutschen Jugendlichen. Ansonsten: leichte Hausmeistertätigkeiten.

1975: Immatrikulation Universität Köln. Magisterstudium (Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften). Vereinzelte Besuche von Seminaren zwecks Zwischenprüfung. Danach eingeschriebener und daher krankenversicherter Stempel-Student, der sich rühmen kann, in seinem ganzen Studentenleben nicht eine einzige Vorlesung besucht zu haben. Und die paar Scheine waren auch für mehr oder weniger für lau.

1975-1978: Wilfried Schmickler ein geringfügig bezahlter Nebenamtler für (Theater-)Gruppenarbeit im Haus der Jugend

1975-1979: Immer drei Monate im Jahr (Sommersemesterferien) 'Werksstudent' bei Bayer Leverkusen. Schicht. Außergewöhnlich gut bezahlte Scheiß-Arbeit.

1976: Bezug der ersten eigenen Wohnung in Leverkusen Wiesdorf. Vierter Stock ohne Aufzug. Zwei Zimmer (30qm) ohne Dusche/Bad, mit Klo auf dem Flur (Gemeinsam mit Familie Georges). Kleiner Balkon. Keine Heizung. Monatsmiete: 100 DM. Domizil für die nächsten 15 Jahre.

1974: Gründung der Theatergruppe im Haus der Jugend im Rahmen einer von 6 Personen (Freitagsgruppe) selbstorganisierten kulturellen Bildungsoffensive für Jugendliche (Foto, Siebdruck, Zeitung, Theater, Tanz, Selbsterfahrung).

1977: Erste Treffen von Matsche, Wörks und Hallies. 'Seriöse Kleinkunst' Hervor gegangen aus der Theatergruppe im Haus der Jugend.

1977-1979: Egal 88 – Rocktheater. Programm: 'Die Eintagsfliege' Genauso bombastisch wie erfolglos. 2013 Re-Union anlässlich eines Benefiz zugunsten von wem auch immer.

Ab 1974: Kollektive und sehr erfolgreiche Arbeit an Praxis und Theorie der selbstverwalteten Jugendzentren.

Typischer Verlauf: erst Aufbau einer selbstorganisierten, äußerst aktiven und kreativen Jugendsubkultur im Jugendzentrum (Vollversammlung, Gruppenarbeit mit eigener Supervision, kulturelle Klein- und Großveranstaltungen). Dann erste Konflikte mit dem Träger (Stadt, AWO) über Personal- und Finanzhoheit. Schließlich die Vertreibung aus dem selbstverwalteten Paradies trotz massiven und gut organisierten Widerstands (Demos, Kundgebungen, Plakate, Flugblätter). Und ganz am Ende dann die juristische Aufarbeitung der ganzen Aktion (Kündigungen, Prozesse wegen Eierwürfen und vermeintlichen Beleidigungen in Leserbriefen/Flugblättern und wieder Demos, Kundgebungen, Plakate, Flugblätter – als hätte man nicht besseres zu tun gehabt) Und während des ganzen Schlamassels auch noch die permanenten und nervtötenden Auseinandersetzungen mit den dogmatischen Vollidioten und Unterwanderungsstrategen der diversen K-Gruppen, allen voran der KBW und die Liga gegen den Imperialismus (die trotzkistische GIM konnte man links liegen lassen)

Wilfried-Schmickler-Bear-FaBilanz Ende der 70er: Kreativität allein ist auf Dauer keine Lösung. Es müssen eigene Institutionen geschaffen werden (Kulturverein, Förder- und Trägerverein Freie Jugendzentren, Die grün-alternative Liste). Es müssen kollektive Betriebe gegründet werden (Buchladen, Druckerei, Schreinerei). Es müssen eigene kulturelle Einrichtungen her (TT Embargo, M7, Flugei-Studios/Übungsräume).

Bemerkung zur Grün-Alternativen-Liste: Gegründet im Mai 1979 von Sponti-Gruppen und FDP/SPD-Renegaten. 5,1 Prozent bei den Kommunalwahlen im gleichen Jahr. Die ersten vier auf der Liste waren fortan im Stadtrat. Wilfried Schmickler stand glücklicherweise auf Platz 5.

Wichtigste Frage: was tun gegen den Einfall der staatsterroristischen Holzfäller in die friedliche Sponti-Familie? Wo nehmen wir im deutschen Herbst die Blumen und wo den Sonnenschein? Und vor allem: wovon bezahlen wir unsere Miete?


Die 1980er

Die materielle Basis: Einnahmen aus einer zuweilen doch recht anstrengenden Tätigkeit als LKW-Fahrer für die Großwäscherei Eberhardt. Später Wilfried Schmickler dies durch Schwarzarbeit für einen befreundeten Plakat-Kleber (Werbetafeln/Litfasssäulen). Anfang der 80er erstes Zubrot aus den Gagen für Auftritte, die sich bis zum Ende des Jahrzehnts zu einem veritablen zweiten finanziellen Standbein entwickelten, oder sagen wir besser: Beinchen.

1978-1982: 'Matsche, Wörks und Hallies' mit Wolfgang Müller und Michael Meierjohann. Erste überregionale Auftritte und Klein-Touren (Gesamt-Einnahmen der Gruppe im Jahr1 979: 5760 DM. Minus Spesen durch drei macht ca. 1500 DM jährlich pro Nase. Immerhin!)

1981: Leverkusener Kurzfilm-Festival organisiert von Klaus Huber. Mit Bühnenprogramm, d.h. mit der damals in Leverkusen üblichen Mischung aus Kleinkunst und Free Jazz.

1981: Riesen(Fluxus)Aktion in der Leverkusener Fußgängeraktion anlässlich des Besuchs von Wolf Vostells Fluxus-Zug in Leverkusen.

1982-1984 und 1987 bis 1989: 'Matsche, Wörks und Pullrich' mit Wolfgang Müller und Klaus Huber. Wilfried Schmickler war viel unterwegs, hat wenig verdient und ist am Ende sogar ein paar Mal im Fernsehen gewesen (Aktuelle Stunde, Mitternachtsspitzen).

1985/86: Organisation/Programmplanung/Eigene Auftritte im 'Theater Saxi' (Heute Theater am Sachsenring).

1980-1982: Kollektiver Betrieb eines eigenen kleinen Theaters in Leverkusen Mülheim 'M7' mit wöchentlichen Aufführungen und Free-Jazz Konzerten (u.a. Brötzmann, Malfati, Johannsen)

1979-1983: Mitarbeit im Vereinslokal des Förder- und Trägervereins 'TT Embargo' in Leverkusen-Wiesdorf.

1984-1986: Zusammenarbeit des Förder-Vereins mit dem türkischen Arbeiterverein Leverkusen, einem Zweckbündnis verschiedener ortsansässiger linker Parteien (Dev-Yol, TKK, PKK). Betrieb einer gemeinsamen Einrichtung und zahlreiche Klein- und Großveranstaltungen mit Musik und Theater zum Thema Integration. Auftritt in Pumphosen als Mitglied einer deutsch-türkischen Tanzgruppe.

Ab 1989: Zunehmende Verlagerung des Lebensmittelpunkts von Leverkusen nach Köln. Ab 1989: 3Gestirn Köln Eins, später nur noch 3Gestirn, mit Heiner Kämmer und Wolfgang Nitschke.

1989 und 1990: Anti-Anti-karnevalistische Prunksitzung als Alternative zur Alternative im Kölner Stollwerk mit Gaby Köster, Rainer Rübhausen, Rich Schwab, Ralf Eggebrecht und anderen. Erkenntnis: es gibt nur Karneval oder Karneval. Ende der Achtziger: Es beginnt die totale Professionalisierung der kühnsten Träume von einst.


Die 1990er

Endgültige Übersiedlung nach Köln (Südstadt) und hauptberufliche und steuerpflichtige Ausübung der Profession: Kabarettist.

Seit 1989: 3Gestirn:  Wilfried Schmickler-Touren quer durch die alte Republik. Alle zwei Jahre ein neues Programm. Wöchentliche Glosse für das WDR-Wirtschaftsmagazin Markt. Auftritte in Funk und Fernsehen, darunter ein in jeder Beziehung einmaliger Auftritt in der RTL-Show Samstag-Nacht. 1997: Mitarbeit beim großen Heinrich-Heine-Spektakel in Düsseldorf (Konzept und Realisation). 2000: Deutsche Kleinkunstpreis 2001: Selbstauflösung.

Seit 1992: Mitternachtsspitzen Die 2000er 2000 Standesamtliche Trauung mit der Fotografin Ilona Klimek 2004. Erstes Solo-Programm (Aufhören). Seitdem ist Wilfried Schmickler alle zwei Jahre ein neues Programm und dauernd unterwegs. Diverse Preise. Fernsehen. Radio.

Die 2010er

Es hört nicht auf...

Wilfried-Schmickler



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Wilfried Schmickler: Schmickler - Schöne Aussicht
Art-Nr.: BVD20141
 

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