Who was/is Ramses ? - CDs, Vinyl LPs, DVD and more

Ramses

Im Dezember 1972 trafen sich die Musiker Lammers, Klages, Probst, Klinkhammer und Natho in einem Übungsraum im Frei- zeitheim Vahrenwald im gleichnamigen Bezirk in Hannover, um die "eigenen Vorstellungen von Rock-Musik in einer neuen Gruppe umzusetzen" (BANDPAGE). Der Name war bald gefunden; man einigte sich nach einem Vorschlag von Gitarrist Klages auf Ramses II, nach dem altägyp- tischen dritten König, auch Ramses der Große genannt (1303 - 1213 v. Chr.). Bereits 1973 ging die Gruppe recht erfolg- reich, mit eigenen und gecoverten Stük- ken, auf Tournee durch den Norden Deutschlands. Bei einem Bandwettbewerb der Musiker-Zeitschrift 'Riebes Fachblatt' in der Hamburger Fabrik belegte die Gruppe den sechsten Platz von 62 Gruppen. Ende 1973 verließen Keyboarder Probst und Trommler Lammers die Band. Für die Beiden kamen Dete Kuhlmann (dr), Winfried Langhorst (key) und dessen Bruder Norbert (g) neu in die Band, die damit vorübergehend zum Sextett expandierte.

Schlagzeuger Kuhlmann, der heute übrigens zum Urgestein der Hannover-Musikscene gehört, verließ Ramses II wieder. Für ihn folgte für etwa zwei Monate der Trommler Claus Arve, der durch den Neuzugang Reinhard Schröter (ex-Tale) abgelöst wurde. Damit war endlich die Formation entstanden, die für die nächsten fünf Jahre Bestand haben sollte. Im Sommer des nächsten Jahres er- hielt die Band einen Plattenvertrag mit dem neuen Rock-Label SKY, das der ehemalige BRAIN-Labelmanager Günter Körber gegründet hatte. Bei dieser Gelegenheit wur- de der Bandname auf Ramses gekürzt, weil die römische Nummer "II" bei der Nennung des Band- namens meistens ohnehin weggefallen war. Die achttägigen Aufnahmen zum Debüt 'La Leyla' fanden im Studio von Conny Plank statt. Als Produ-
zenten fungierten Jane-Gitarrist Klaus Hess und Conny Plank.


'La Leyla' erschien im Frühjahr 1976 und sorgte in der Presse für ausgesprochen positive Resonanz. Der Sound ähnelte zwar "den zeitgenössischen Werken von Eloy, Jane und Novalis" (PROGARCHIVES), war aber aufgrund "der märchenhaften Musik eine Bereiche-
rung der deutschen Rock-Szene" (SOUNDS). Es waren "tolle, oft schneidend scharfe Leadgitarren, schil- lernde Synthesizerflächen und klasse Gesang, die zu einem unverwechselbaren Sound und Melodic Rock der gehobenen Güteklasse verschwammen" (GOOD TIMES). Für die Veröffentlichung in den USA mußte, auf Drängen der US-Vertriebsfirma, der Anti-Vietnam-Titel War (mit Kriegs-Geräuschen) durch den Umwelt-Song Noise (mit Verkehrs- Lärm-Geräuschen) ersetzt werden – mit derselben Melodie und demselben Arrangement, aber mit neuem Text. Die Platte wurde in den USA wegen seiner "einzigartigen und originellen Mischung aus Jazz und progressiver Elektronik" (CASHBOX) gelobt.

In den folgenden zwei Jahren wurden zahlreiche Gigs und Festivals gespielt und an neuem Material für eine neue LP gearbeitet. Im Sommer 1978 wurde das zweite Album 'Eternity Rise' im Tonstudio Hiltpoltstein bei Nürnberg eingespielt. Produziert wurde diesmal von der Gruppe selbst, die sich teilweise mit Musikern vom Nürnberger Sinfonie Orchester verstärkt hatte, um die Streicher- und Bläsersätze einzuspielen. Auf der "kommerzielleren LP erleichterten sie ihren wagnerischen Bombast-Sound durch verträumt-romantische Passagen und eingängige Melodien" (ROCK IN DEUTSCHLAND). Für die Live-Präsentation investierte die Band in eine neue Bühnenshow, die ein "Ramses-Konzert zum Erlebnis machen sollte" (BANDPAGE).

Aus beruflichen Gründen mußte Gitarrist Norbert Langhorst auf der 79er Tournee für ein halbes Jahr durch den ex-Eloy-Gitarristen Pitter Schwaar ersetzt werden. Ende 1979 ging Schwaar wieder und mit ihm auch gleich die beiden Gründungsmitglieder, Sänger Natho und Bassist Klinkhammer. Neu dazu kam Herbert Wolfslast (ex-Delight). Schlagzeuger Schröter übernahm die Rolle des Sängers, und Trommler Arve kehrte wieder zurück, sodaß zwischenzeitlich mit zwei Trommlern gear- beitet wurde.
Für die anstehende Studioproduktion zu neuen LP 'Light Fantastic' wurde Mathias Möller als Sänger und Keyboarder verpflichtet. Im Frühjahr 1981 produzierte Eloy-Chef Frank Bornemann das neue Werk, das "einen verzuckerten Rock, etwa mit dem von Barclay James Harvest verwandt" (ROCK IN DEUTSCHLAND) enthielt.


Zum 25-jährigen Bestehen von SKY RECORDS wurde im September 2000 das vierte Ramses-Album 'Control Me' veröffentlicht, auf dem auch wieder ex-Sänger Herbert Natho und Danni Greinke als Gastsängerin zu hören waren. Danach wurde es jedoch stiller um Ramses. Im Sommer 2014 erschien bei SIREENA mit 'Fire- wall' das fünfte, und bislang letzte, Studioalbum – mit einem Bonus-Track, bei dem wieder Sänger Natho zum Einsatz kam. Die Besetzung bestand aus Wolfslast, Loll, Schröter, Norbert und Winfried Langhorst.


KRAUT! ist ein feiner Krautrock-Querschnitt in vier Ausgaben, regional nach Regionen – Norden, Mitte, Süden und Berlin – sortiert, mit den größten Hits, viel längst vergessener Musik und den wichtigsten Songs.
Burghard Rausch

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