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A. R. & Machines

Achim Reichel (* 28. 1. 1944) war im Dezember 1960 in Hamburg Mitgründer der Beat-Band The Rattles, die neben The Lords zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands wurde. Am 3. Februar 1963 gewann die Band einen Wettbewerb im legendären Hamburger Star-Club und wurde daraufhin auch als erste deutsche Band dort regulär engagiert. Im selben Jahr ging die Gruppe für fünf Wochen auf England-Tournee – im Vorprogramm von Bo Diddley, Little Richard und den damals noch nicht sehr bekannten Rolling Stones. Drei Jahre später absolvierten die Rattles das Vorprogramm der Beatles auf der 'Bravo-Beatles-Blitztournee' in München, Essen und Hamburg und standen wenig später im Mittelpunkt des Kinofilms 'Hurra, die Ratt- les kommen'. Die Rattles-Karriere zeigte steil nach oben.


Es sollte aber ganz anders kommen, denn 1966 wurde Reichel zu Bundeswehr eingezogen – ein Umstand, der für ihn ein sofortiges Ende seiner Mitarbeit bei den Rattles bedeutete. In der Presse wurde seine Einbe- rufung hämisch kommentiert, weil ihm die damals noch in weiten Kreisen verpönten langen Haare auf Streichholzlänge gestutzt wurden. Im November 1966 brachte das PHILIPS-Label noch die Reichel-Solo-Single Trag es wie ein Mann heraus – eine Cover-Version von Gene Pitneys Take It Like A Man. Während seiner Bundeswehr-Zeit wurde Reichel bei den Rattles durch Frank Dostal (ex-Faces)ersetzt, mit dem diese einige Charterfolge einfahren konnten. Damit war Reichels Rückkehr in die Band sehr fraglich.

Nach seiner Entlassung vom Wehrdienst pachteten Reichel und Dostal zusammen mit ande- ren Musikern den Star-Club, mußten aber Ende 1969 Konkurs anmelden. Zwischenzeitlich hat- ten Reichel und Dostal mit dem von James Last produzierten Bandprojekt Wonderland mit Moscow einen Charterfolg, der mit vielen psychedelischen Klang- effekten arbeitete. Zu Wonder- land gehörten Dicky Tarrach (dr) (ex-Rattles), Frank Dostal (voc, b, perc), Les Humphries (key, p, voc) (ex-The Summerset) und Helmut Franke (g). Danach wandte sich Reichel als Produzent und Solokünstler verschiedenen experimentellen und ebenfalls psychedelisch beeinflußten Projekten zu. Es begann mit dem Projekt A.R. & Machines, dessen Debüt 'Die Grüne Reise' wegen seines "meditativen, Trance und Industrial vorwegnehmenden Charakters von Kritikern mit Kraftwerk und Tangerine Dream" (LAUT.DE) verglichen wurde.

"Es war das erste Mal, daß ich mir uneingeschränkte künstlerische Freiheit gestattete" (REICHEL). Im Mai 1970 absolvierte Reichel in der Hamburger Markthalle seinen Debüt-Gig als "eine Art Musik-Maschinist" (ROCK IN DEUTSCHLAND). Bei späteren Auftritten engagierte er manchmal bis zu zehn Mitmusiker. "Während ich mit A.R. begann, durchlief ich einen grundsätzlichen inneren Wandel. Ich war meiner musikalischen Kinderstube entwachsen und wollte etwas Neues probieren. Internationalen Standards mochte ich nicht mehr nachlaufen. In einer fremden Sprache zu singen, empfand ich plötzlich als so etwas wie Urkundenfälschung. Auch war ich damals ein glühender Fan von Ravi Shankar und auf jedem seiner Konzerte zufinden. Ich stieß auf Symphonische Dichtungen, die Minimal Art von Terry Riley und Steve Reich u.v.m. Lauter in- teressante Entdeckungen. In den Jahren der 'Grünen Reise' war ich unterwegs zu fernöstlichen Entspannungs- Techniken. Da eröffnete sich mir eine völlig unbekannte Welt. Was die östlichen Philosophen lehrten, hatte ich gierig in mich aufgesogen. Und ich muß sagen, all das prägt mein Selbstverständnis und Weltbild bis zum heutigen Tag. Eigentlich wollte ich nur etwas mit der Gitarre aufnehmen, als plötzlich, aus einem mir nicht ersichtlichem Grund, die Band-Maschine (Akai X-3300) endlose Echokaskaden erzeugte. Meine Gitarre klang dank der Überla- gerungen auf einmal wie zehn. Diese Echos inspirierten mich zu ungeahnten musikalischen Ausdrucksformen, und die dabei entstandene psychedelische Anmutung gefiel mir ebenfalls. Dieses Album verkörperte meinen ersten Ver- such, eine Musik zu erschaffen, die ohne musikalische Vorbilder auskam" (REICHEL).


Natürlich stieß Reichel mit dem Projekt damals zunächst auf viel Unverständnis, denn wie konnte so ein Beat-Musiker plötzlich progressive Musik machen? In der Zeitschrift 'Sounds' gab es einen bösartigen Ver- riß, in dem gar von "billigen Machwerken" und von Musik "für Bravo-Teenies" die Rede war. "Die Musik, wie die Lyrik, werden in keinem Moment dem Anspruch gerecht, der hier erhoben wird" (SOUNDS). Aber auch einige andere "Undergound-Päpste" meldeten sich zu Wort und schrieben von "Plagiat" und "Gedankenarmut". An- dererseits beurteilten internationale Musikjournalisten A.R. & Machines als "total krautrock essentials" oder "wonderful music from Germany" (TROUSER PRESS).


finden. Ich stieß auf Symphonische Dichtungen, die Minimal Art von Terry Riley und Steve Reich u.v.m. Lauter in- teressante Entdeckungen. In den Jahren der 'Grünen Reise' war ich unterwegs zu fernöstlichen Entspannungs- Techniken. Da eröffnete sich mir eine völlig unbekannte Welt. Was die östlichen Philosophen lehrten, hatte ich gierig in mich aufgesogen. Und ich muß sagen, all das prägt mein Selbstverständnis und Weltbild bis zum heutigen Tag. Eigentlich wollte ich nur etwas mit der Gitarre aufnehmen, als plötzlich, aus einem mir nicht ersichtlichem Grund, die Band-Maschine (Akai X-3300) endlose Echokaskaden erzeugte. Meine Gitarre klang dank der Überla- gerungen auf einmal wie zehn. Diese Echos inspirierten mich zu ungeahnten musikalischen Ausdrucksformen, und die dabei entstandene psychedelische Anmutung gefiel mir ebenfalls. Dieses Album verkörperte meinen ersten Ver- such, eine Musik zu erschaffen, die ohne musikalische Vorbilder auskam" (REICHEL).


Natürlich stieß Reichel mit dem Projekt damals zunächst auf viel Unverständnis, denn wie konnte so ein Beat-Musiker plötzlich progressive Musik machen? In der Zeitschrift 'Sounds' gab es einen bösartigen Ver- riß, in dem gar von "billigen Machwerken" und von Musik "für Bravo-Teenies" die Rede war. "Die Musik, wie die Lyrik, werden in keinem Moment dem Anspruch gerecht, der hier erhoben wird" (SOUNDS). Aber auch einige andere "Undergound-Päpste" meldeten sich zu Wort und schrieben von "Plagiat" und "Gedankenarmut". An- dererseits beurteilten internationale Musikjournalisten A.R. & Machines als "total krautrock essentials" oder "wonderful music from Germany" (TROUSER PRESS).

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Burghard Rausch

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