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Passport

Seine Musik ist in Deutschland allgegenwärtig. Allwöchentlich läuft sein bekanntestes Werk am Sonntags- Fernsehabend. Das Thema der legendären ARD-Krimi-Reihe 'Tatort' stammt ebenso aus der Feder von Klaus Doldinger, wie auch die Soundtracks zu den Filmen 'Das Boot' (1981) und 'Die unendliche Geschichte' (1984). Auch die Kino-Fanfare der 'Constantin-Film' hat er komponiert.

Klaus Doldinger wurde in Berlin geboren und wuchs in Wien auf. Er studierte erst Klavier und später Kla- rinette. Während dieser Zeit sammelte er erste Erfahrungen in der Musikszene mit der Band The Feet- warmers, einer Dixieband, mit der er auch 1955 seine ersten Studioaufnahmen absolvierte. 1962 gründete er mit mit Ingfried Hoffmann (p, org) (Komponist des 'Sesamstraßen'-Themas – Wer, Wie, Was), Helmut Kandlberger (b) und Klaus Weiß (dr) das Klaus Doldinger-Quartett und beendete ein Jahr später sein Musikstudium. 1963 erschien das Doldinger-Album 'Jazz Made In Germany', das in 20 Ländern veröffent- licht wurde – in den USA als 'Now Hear This' (1964).

Im Auftrag des Goethe Instituts absolvierte Doldinger diverse Auslandstourneen u.a. nach Skandinavien, Italien, Afrika und den Mittleren Osten. Zeitweise arbeitete Doldinger mehrgleisig: er spielte mit seinem Quartett, trat unter dem Pseudonym Paul Nero auf und produzierte Pop-Musik, um "den Hunger der Jugend nach Beat und Soul stillen zu helfen" (DOLDINGER) und schrieb hunderte von Film- und Werbespot-Musiken. Bei erfolgreichen Paul Nero-Alben wie 'Holiday With Paul Nero' (1966) und 'Nero's Detroit Soul Party' (1969) wirkten u.a. Ingfried Hoffmann (p, org), Lothar Meid (b) (Amon Düül II) († 2015), Lesley Duncan (voc), Klaus Voormann (b) (ex-Plastic Ono Band, -Manfred Mann), Attila Zoller (g) († 1998), Gibson Kemp (dr) (ex-Paddy, Klaus & Gibson, Rory Storm & The Hurricanes), Helmut Brandt (sax), und Davy Jones (voc) (alias Marius Ferdinand Wilsterman) mit.


1969 gründete Doldinger das "Psychedelic-Jazz-Rock-Quintett" (DISCOGS) Motherhood, in der Besetzung Lothar Meid (b), Paul Vincent (g), Keith Forsey (dr), Udo Lindenberg (dr) und Doldinger (sax, cl, p, org). Von Motherhood gab es mit 'I Feel So Free' (1969) und 'Motherhood' (1970) zwei Alben, danach war Schluß.


Während Forsey und Vincent die Gruppe Hallelujah aus der Taufe hoben und nach dem Album 'Hallelujah Babe' (1971) wieder beerdigten, formierten Doldinger, Meid und Lindenberg mit Olaf Kübler (sax) und Jimmy Jackson (org) 1971 die erste Version von Passport und veröffentlichten im gleichen Jahr das selbst- betitelte Passport-Debüt. Die Musik "faszinierte und gehörte zum besten Rock, der auf der deutschen Szene gemacht wurde" (BEHRENDT), war "nicht unbedingt nur für Jazz- sondern auch für Frühsiebziger Progfans" (TIP).

Ein knappes Jahr später wechselte Doldinger die Besetzung vollständig aus. Die neue Passport-Band be- stand aus John Mealing (org) (ex-If), Bryan Spring (dr) (ex-Keith Tippett, -Jean-Luc Ponty Band u.a.) und Wolfgang Schmid (b) (ex-Et Cetera). Nach nur drei Probetagen gastierten die runderneuerten Passport beim 'International Festival of Ljubljana', veröffentlichten 'Second Passport', ein Album, das "im Ergebnis konsistenter und dennoch vielseitiger als das Debüt war" (telegraf) und gingen auf eine ausgedehnte Deutsch- land-Tournee. Aber auch die zweite Passport-Version hielt nicht sehr lange, denn 1973 stellte Doldinger die veränderte nächste Besetzung zusammen – jetzt mit ihm, Schmid, Curt Cress (dr) (ex-Atlantis) und Frank Roberts (org).


Das Album 'Hand Made' bestach "durch handwerkliches Können, fast schon in Perfektion, klang aber trotzdem nicht steril, wie leider einige Platten im damaligen großen Jazzrock/Fusion-Genre" (ZITTY). Ebenfalls 1973 erschien mit 'Looking Thru' das erste Album mit der "klassischen Passport-Besetzung" (DOLDINGER), Schmid, Cress, Schultze und Doldinger.


Das 73er Düsseldorfer Konzert war mit dem Rolling Stones Mobile Studio mitgeschnitten worden und er- schien 1974 als Triple-Album 'Doldinger Jubilee Concert', das anhand von markanten Interpretationen "die chamäleonhafte Vielseitigkeit der Verkleidungen und Moden des cleveren Herrn Doldinger belegte" (MELODY MAKER). Im Herbst desselben Jahres erschien dann 'Cross Collateral', auf dem ihr "spritziger Jazz-Rock rhyth- mischer und erdverbundener wirkte, als bei früheren Einspielungen" (MUSIK EXPRESS). Das war wie "Mahavishnu Orchestra und Return To Forever ohne Gitarren, aber mit Saxophon, Keyboards und mächtigen Monstertrommeln, die sich gegenseitig übertrafen, um dann aber in perfekter Harmonie und Übereinstimmung zu enden" (BILLBOARD). Das Album der "deutschen Antwort auf Weather Report" (BILLBOARD) führte dazu, daß die Deutsche Phono- Akademie Passport als Künstler des Jahres mit dem 'Deutschen Schallplattenpreis 1976' auszeichnete.

 

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Burghard Rausch

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