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Who was/is Erwin Halletz ? - CDs, Vinyl LPs, DVD and more


 

Erwin Halletz

"Ich bin k e i n Filmkomponist (Chor der Kollegen: "Wie wahr, wie wahr "!). Ich bin nur ein Allround-Musikant, der - fast - alle Facetten dieses Berufes ausgeübt hat. Filmmusik ist für mich nur e i n e dieser mühsamen, unterbezahlten, herrlichen Facetten. Andere Menschen brauchen ein Hobby, ich nicht."

Erster Schrei am 12. Juli 1923 in Wien. Ab sechs Jahren Violinunterricht, mit zehn im Schulorchester 1. Pult und die Erleuchtung: Ich werde Musiker! Eltern dagegen. Verständlich: Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, bettelnde Staßenmusikanten "das ist doch kein Beruf !" Mein Lehrer wußte es besser. "Du nimmst bei mir weiter Geigenunterricht, aber mit vierzehn mußt du auf die Akademie. Ein Blasinstrument, Klavier und Theorie." Er organisierte für mich einen Auftritt als Violinsolist bei einem Muttertagskonzert. Riesenerfolg, klaro. Für Mutter Blumen und Gratulationen (bravo, bravissimo, sooo ein Talent !), sie wurde schwach und gab ihr O.K. für die Akademie! Gewonnen. Skikurs gestrichen, mit dem Geld bezahlte Mutter die erste Rate für mein Pianino und diesen wundervollen, drehbaren Klavierhocker, den ich noch heute besitze. Nach 63 Jahren will sich mein Hosenboden nicht mehr an einen neuen Klaviersessel gewöhnen.

Es war 1940, Direktor P., mein privater Musiklehrer seit elf Jahren, hatte einen schweren Unfall mit langen Spitalsfolgen. Wenn der Unterricht so lange ausfällt, meinte er, werden sich die Schüler verlaufen. Deshalb müßte ich ihn vertreten. Es waren fünfzig teilweise sehr erwachsene Schüler, und ich war gerade siebzehn. Unterricht in Violine, Klavier und Akkordeon. Die elegante 'Bohème-Bar', in der ich drei Jahre lang jede Nacht Klavier spielte, hatte Urlaub, und an der Akademie war gerade Sommerpause, also mußte ich ran. Ich war wohl recht geschickt, denn man akzeptierte mich, und bald machte mir der Unterricht sogar selber Freude. Als der Sommer zu Ende ging, kam der Chef zurück, und ich konnte mit Stolz berichten: Nicht ein einziger Schüler hatte sich "verlaufen".

Meine Filmkarriere begann 1940 in dem berühmten Film von Willy Forst, 'Operette' - schlecht? Wie der Meister aber meine Leistung beurteilt hat, habe ich nie erfahren, denn ich hatte nur einen Drehtag zusammen mit dreißig Statisten im schönen 'Theater an der Wien'. Aber vielleicht bin ich Ihnen aufgefallen, ich war der auf der Stehplatzgalerie, letzte Reihe links hinten. Sollten Sie mich nicht erkannt haben, na ja, macht auch nichts. Bis ich zum ersten Mal meinen Namen auf einem Kinoplakat lesen würde, sollten allerdings noch einige Jahre vergehen. Aber dann!

Militärdienst von April 1942 bis April 1945 in Wien: Luftnachrichten-Ausbildung, Regimentsmusik, dann Stabsmusikkorps. Tanzorchester zusammengestellt, immer im Einsatz, wenn kein Platz für ein komplettes Musikkorps war. Viele öffentliche Rundfunkveranstaltungen. Mitte 1944 Auflösung aller Musikkorps ("totaler" Krieg), zurück zur Truppe. Luftwaffen-Gebirgsjäger. Das hieß tatsächlich so! Es waren Nachrichtenstationen auf Berggipfeln - nur für Skifahrer. Entlassung aus dem Militärdienst durch Eigenbefehl 1945 im April. Letzter Dienstgrad: Obergefreiter.

1946 startete Elite Special, die erste Schallplattenfirma nach dem Krieg, und ich war dabei. Als Musiker, Komponist, Texter, Arrangeur, Dirigent, als Filmassistent von Peter Kreuder; in seinem berühmten Sextett auch Kreuder-Solist, Arrangeur für Michael Jary, Willy Schmidt-Gentner, Alois Melichar u. v. a.

Ab 1947 war ich intensiv für Schlager-Schallplatten tätig. Wahrscheinlich wurde deshalb - einige Jahre später - in mehr als zwei Dritteln meiner Filmmusiken immer gesungen. Gut? ... mehr oder weniger. Immerhin: Einer meiner vier Torriani-Filme hatte erst den schönen Titel 'In dich ist alle Welt verliebt'. Nach den Musikaufnahmen wurde er umgetauft in 'Siebenmal in der Woche'. Weitere Interpreten unzähliger Schallplattenschlager sind u. a.: Peter Alexander, Vico Torriani (Ananas aus Caracas), Udo Jürgens, Zarah Leander, Johannes Heesters, Gus Backus (Sauerkraut-Polka), Lolita, Peter Kraus, Connie Francis, Milva (Zärtlichkeit), The Mills Brothers, Harry James (Andrea), Billy Eckstine (Tango Roulette), Louis Armstrong (Uncle Satchmo's Lullaby).

Auszug aus dem Booklet BCD16488 - Erwin Halletz Grosse deutsche Filmkomponisten
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Erwin Halletz: Grosse deutsche Filmkomponisten Vol.8
Art-Nr.: BCD16488
 

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1-CD DigiPac (6-plated) with 80-page booklet, 30 tracks. Playing time 78:58 mns.

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