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Freddie Brocksieper Shot Gun Boogie

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Freddie Brocksieper: Shot Gun Boogie

1-CD with 12-page booklet, 25 tracks Playing time 74:14 minutes.

In all the Jazz encyclopaedias not a single word can be found about Freddie 'Brocksi' Brocksieper. Just a few insiders know about him. That situation has changed since the release of our first two CDs in this series.

These first two CDs covered the period from October 1941 to May 1948 in chronological order. This, the third CD, picks up the story in May 1948 and follows Freddie Brocksieper's career to May 1952.
Horst P. Bergmeier's notes follow 'Brocksi' through this period. In addition to compelling first-person accounts set in the context of the German jazz scene at the time, there are musicological notes from
Dr. Wolfram Knauer, and a detailed discography from Rainer E. Lotz.

1-CD with 12-page booklet, 25 tracks Playing time 74:14 minutes


 

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Artikeleigenschaften von Freddie Brocksieper: Shot Gun Boogie

  • Interpret: Freddie Brocksieper

  • Albumtitel: Shot Gun Boogie

  • Format CD
  • Genre Jazz

  • Music Genre Jazz
  • Music Style Jazz
  • Music Sub-Genre 289 Jazz
  • Title Shot Gun Boogie
  • Label BEAR FAMILY RECORDS

  • Price code AH
  • SubGenre Jazz - General

  • EAN: 4000127162779

  • weight in Kg 0.115
 
 

Artist description "Brocksieper, Freddie"

Freddie Brocksieper

Freddie Brocksieper war eine musikalisch herausragende Figur des deutschen Jazz der 40er und 50er Jahre. Nach Meinung des Musikwissenschaftlers Dr. Wolfram Knauer, "beherrschte [er] sein Instrumentarium wie wohl kein anderer deutscher Schlagzeuger, braucht sich in den besten Momenten nicht hinter den fähigsten seiner amerikanischen Kollegen zu verstecken". Brocksieper hat in Deutschland das Schlagzeug 'befreit' und es zu einem Instrument gemacht, das in Ausdrucksweise und Improvisationsvermögen in nichts den Melodieinstrumenten nachsteht. In seiner Zeit wurde der Schlagzeuger in Musikerkreisen hoch eingeschätzt und war für viele Jahre eine der Säulen der deutschen Jazzentwicklung. Allerdings vollzog sich diese Entwicklung für die Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt. In den Kriegsjahren war Brocksieper in Berlin für die deutschen Auslandssender tätig, aber viele seiner Schallplatten wurden in Deutschland nicht veröffentlicht. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst fast ausschließlich in US-Clubs, die für Deutsche nicht zugänglich waren. Als Swing- und Jam-Sessions in Deutschland populär wurden, wurde er zum Publikumsliebling und als 'deutscher Gene Krupa' gefeiert. Dies zu recht, denn wie sein ursprüngliches Vorbild war Freddie Brocksieper ein hervorragender Techniker, leidenschaftlicher Musiker und großartiger Showman.

Mit dieser Serie stellen wir alle für das Brunswick-Label unter eigenem Namen gemachten Aufnahmen, einschließlich diverser bisher nicht veröffentlichter Titel des Schlagzeugers in chronologischer Reihenfolge vor. Diese erste CD enthält alle Aufnahmen bis zum 19. März 1943, die zweite CD (BCD 15988) die Aufnahmen vom April 1943 bis zu den ersten drei Aufnahmen der Sitzung am 4. Mai 1948. Zwei weitere CDs, die zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen werden, verfolgen seine Aufnahmen chronologisch weiter. Wolfram Knauer begrüßte die CD-Serie mit den Worten: "Die vorliegende Dokumentation zeigt Brocksieper als einen der ersten Musiker, der eine Art schwarzer Klangästhetik und rhythmischer Energie mit in den deutschen Jazz brachte." Vorausgeschickt sei noch eine herzliche Danksagung an Wolfram Knauer und an den zu früh verstorbenen Peter Köhler.

Knauer, rühriger Leiter des Jazz-Instituts Darmstadt, war so freundlich, die Titel aus der Sicht eines Musikwissenschaftlers zu kommentieren. Er hat auch die umfangreiche Zeitschriftensammlung des Instituts nach zeitgenössischen Berichten zum Thema durchforstet und dem Autor Kopien zur Verfügung gestellt.

Peter Köhler war viele Jahre aktiver Jazzmusiker - Klarinette, Sopran- und Tenor-Saxophon - bis er sich aus Gesundheitsgründen in ruhigere Gefilde zurückziehen mußte. Seine große Liebe blieb weiterhin der Jazz und auch in den Jahren seines Quasi-Ruhestandes hat Peter sich viel mit der Geschichte des Jazz beschäftigt und zur Popularisierung und Verbreitung dieser Musik in Deutschland beigetragen. Peter war dem Autor ein langjähriger Freund. Peter Köhler lernte Freddie Brocksieper 1959, anläßlich eines Gastspiels mit der Band von William MacAllan im Münchner Studio 15, persönlich kennen. Jahre später, 1983, spielten sie gemeinsam in einer Band. Der Anlaß war ein Gala-Abend in den Wiesbadener Rheinterrassen. Die lokalen Swing Faces sollten das im Zeichen der 30er Jahre stehende Musikprogramm gestalten, und Peter konnte Freddie gewinnen, an dem Abend mitzuwirken. Bei dieser Gelegenheit überredete ihn Peter, ihm seine Lebenserinnerungen zu erzählen. Daraus entwickelte sich eine Korrespondenz, die Peter Köhler zu einer Brocksieper-Biographie verarbeitete. Seinen musikalischen Nachlaß, darunter das unveröffentlichte Manuskript, hinterließ Peter Köhler dem Jazz-Institut Darmstadt. Es ist Basis für Teile dieser Aufzeichnung; alle Zitate, soweit nicht anders gekennzeichnet, wurden dem Manuskript entnommen.

 Freddie 'Brocksi' Brocksieper hieß eigentlich Friedrich, genau Bruno Hans Friedrich, und nannte sich Fritz, bis er nach dem Krieg den Namen Freddie annahm. Er wurde am 24. August 1912 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, geboren. Der deutsche Vater war am Goldenen Horn als Projektingenieur für Krupp tätig. Hier lernte er auch seine spätere Frau kennen, eine Griechin aus einer wohlhabenden Familie von Mühlenbesitzern. Die Umgangssprache in der Familie war Französisch.

Am Bosporus verbrachte er seine Kindheit. Hier lernte er auch die rhythmisch betonte, von Pauken, Cymbals, Becken, Fanfaren und Zurnas bestimmte Janitscharen-Musik - türkisch Yeni Ceri, ausgesprochen scheri - der Militärkapellen kennen und lieben. Die Musik lag dem Jungen sozusagen im Blut. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden alle Deutschen des Landes verwiesen und auf drei Schiffen via Italien nach Deutschland abgeschoben.

Die Brocksiepers landeten in München. Hier lebte die Familie die nächsten Jahre im noblen Hotel Vierjahreszeiten, konnte sich sogar ein Kindermädchen leisten. Das sollte sich 1921 ändern, als der Vater während einer Geschäftsreise in Wiesbaden plötzlich verstarb. Die Mutter war in geschäftlichen Dingen unerfahren und aufgrund eines Versäumnisses ging das auf einer türkischen Bank eingefrorene erhebliche Guthaben der Familie verloren. Die Inflation sorgte für den Rest.

In München besuchte Brocksieper die Volksschule, anschließend die Realschule, aber zur Enttäuschung der Eltern - die Mutter hatte erneut geheiratet - mit wenig Erfolg. Nach deren Vorstellungen sollte der Sohn Ingenieur werden. Aber der hatte andere Ideen und machte lieber mit Schulfreunden, darunter Hans Dellen (Gitarre), Musik - und verpatzte die Mittlere Reife. Um überhaupt etwas vorweisen zu können, steckten die Eltern den Jungen auf eine Handelsschule.

Irgendwann in dieser Zeit, um 1929, besuchte Fritz Brocksieper das Musikhaus Koch und betrachtete sehnsüchtig die ausgestellten Schlagzeuge. Bei dieser Gelegenheit sprach ihn der Münchener Jazzpionier und Klarinettist Hans Rosenfelder an, ob er nicht in seine neu gegründete Kapelle einsteigen möchte. Und ob! Der Junge war sofort Feuer und Flamme. Er hatte zwar kein gutes Schlagzeug, das aber stellte ihm Rosenfelder zur Verfügung. Neben Rosenfelder und Brocksieper gehörten zu der 6-köpfigen Besetzung u.a. Rudi Ritter (Trompete) und Walter Weiss (Alt- und Tenor-Saxophon, Klarinette); gelegentlich gesellte sich Georg Schneider (Trompete) bei den Proben dazu, um der Kapelle den letzten Schliff zu geben; er war der einzige Berufsmusiker. Geprobt wurden ausschließlich amerikanische Titel. Bald hatte die Band ein kleines Repertoire eingespielt und trat mit Erfolg in Münchener Kneipen auf: "... komischerweise standen die Zuhälter samt Anhang in den Kneipen, in denen wir auftraten, auf diese Musik. [...] Es ist uns auch schon mal passiert, daß wir rausgeschmissen wurden, weil wir ausschließlich Jazz gespielt haben. Walzer, Tango und dieses Zeug, das das Publikum von uns verlangte, konnten wir nicht ausstehen."

In dieser Zeit wurde Fred Werner auf den jungen Schlagzeuger aufmerksam. Werner stellte gerade eine Kapelle für ein längeres Engagement im Nürnberger Café Astoria zusammen und bot ihm einen Vertrag an. Die Tagesgage war 15 Mark, 450 Mark im Monat, und Brocksi konnte bei dem Kapellenleiter in Nürnberg kostenlos wohnen. Diesem Traumangebot konnte der Junge nicht widerstehen. Er schaffte sein neues Schlagzeug, das die Mutter ihm kurz zuvor gekauft hatte, Stück für Stück heimlich zum Bahnhof und verschwand. Erst aus Nürnberg schrieb er den Eltern, daß sie sich keine Sorgen machen sollten und daß sein Entschluß feststehe, Berufsmusiker zu werden. Der Vater tobte am Telefon, drohte, die Polizei zu alarmieren - und gab auf: "Bleib', wo du willst!" Als der Junge nach drei Monaten nach Hause kam, sogar eine Gage von tausend Mark vorweisen konnte - für damalige Verhältnisse und sicherlich für einen Achtzehnjährigen ein Vermögen - war auch der Vater überzeugt und wenn nicht, so gab er, wohl oder übel, den Wunschvorstellungen seines Sohnes nach. Von dem Geld kleidete Brocksi sich ein, kaufte ein neues Schlagzeug und nahm bei Fritz Herbst Schlagzeugunterricht. Die alten Musikerfreunde "waren natürlich begeistert. Ich kam ja von einer Profikapelle."

Das nächste Engagement fand Brocksi mit einigen Freunden und Berufsmusikern im Münchner Varieté Colosseum. Die Besetzung war: drei Trompeten, Posaune, drei Saxophone und eine Rhythmusgruppe mit Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Die Musiker mußten auch eine Bühnenschau abziehen, in der Brocksi als weiblicher Partner des Tänzers Eddie Maasen einen Pas-de-deux auf die Bühne legte: "Als Requisiten für diesen Auftritt bekam ich ein Blumenkränzchen, das meine in der Mitte gescheitelten Haare zierte, ein Röckchen und ein Trikot. Meine Waden wurden mit Ballen ausgestopft, um richtige Ballettmuskeln vorzutäuschen und dann ging's los." Das Engagement kam nach einigen Tagen zu einem vorzeitigen Ende, nachdem sich die Artistenloge über das Auftreten der Musiker als Bühnenkünstler beschwert hatte.

Anschließend fiel das Orchester auseinander. Aber bald fanden sich die meisten Musiker anläßlich der ersten großen Jazzsendung von Radio München am 13. April 1932 wieder zusammen. Mit dabei waren außer Fritz Brocksieper u.a. Hans Rosenfelder, Lutz Waldenburg und Charly Anker (Sousaphon). Die Musiker empfanden die Sendung als gelungen, die Zuhörer nicht. Die wußten mit der gebotenen Jazzmusik nichts anzufangen und hielten mit ihrer Kritik nicht zurück. Das Orchester gab anschließend noch einige Konzerte in anderen Städten, aber Brocksi war zu dieser Zeit nicht mehr dabei.

 

aus dem Booklet BCD15912 - Freddie Brocksieper Globetrotter
Read more at: https://www.bear-family.de/brocksieper-freddie-globetrotter.html
Copyright © Bear Family Records

 
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