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Who was/is Friedel Hensch & Die Cyprys ? - CDs, Vinyl LPs, DVD and more


 

Friedel Hensch 

Sommer 1949. In der Bundesrepublik Deutschland grassiert eine Epidemie, die im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde ist: das Kaugummi-Fieber. Vor allem die Jüngeren kneten mit ihren Zähnen die 'dehnbaren Bonbons' kräftig durch, die amerikanische Besatzer mitgebracht haben und die meistens nach Pfefferminz schmecken. Und alle schieben das Ganze genüßlich von einer Mundseite auf die andere. Nur vier junge Leute denken nicht nur daran, das Zeug zu kauen: Sie besingen es auch.

"Ach ich nuckel ja so gern, ach, ich zuckel ja so gern am Kaugummi, am Kaugummi", zwitschert Friedel Hensch, eine Diseuse, die sich mit drei jungen Männern zum Gesangsquartett 'Friedel Hensch und die Cyprys' zusammen geschlossen hat. Abend für Abend stehen die vier auf irgendeiner Kleinkunstbühne zwischen Hamburg und München. Auch in Hannover, wo sie schließlich Kurt Richter hört, seines Zeichens Chef der Plattenfirma Polydor. Er ist von dem Lied und vor allem von der Art sofort begeistert, wie die kesse Sängerin und ihre drei Herren es vortragen. Und weil seine Firma zugkräftige Schlagertitel und neue Interpreten sucht, fragt er nach dem Auftritt, wer der Komponist des lustigen Liedes sei, ob dieser erreichbar und damit einverstanden wäre, daraus eine Schallplatte zu machen.

Friedel Hensch grinst nur: "Fragen Sie ihn doch selbst, er steht neben mir", und sie deutet auf Werner Cyprys, einen ihrer drei Begleiter. Dem schlägt das Herz fast bis zum Hals. Das hätte er sich nicht träumen lassen, daß er und seine Mannen und vor allem sein Kaugummi-Song so schnell zu Schallplattenehren kommen würden. Natürlich ist er einverstanden. Und unterschreibt noch in derselben Woche einen entsprechenden Vertrag, der auf das Jahr 1949 und drei Titel beschränkt ist.

Schon am 25. Oktober finden sich die drei Männer - neben Werner Cyprys noch Karl Geithner und Kurt Grysok - und Friedel Hensch im Aufnahmestudio ein. Das Tanzorchester Joe Wick, dessen Musiker sich dem Swing verschrieben haben, hat den Titel sowie zwei weitere Stücke einstudiert. Neben dem Kaugummi im Swing-Rhythmus sind das die beiden Samba-Lieder Mit der Zeit lernst auch Du es und Caramba – nur Samba!, geschrieben von Altmeister Peter Igelhoff.

Alles klappt wie am Schnürchen, abends sind die drei Stücke aufgenommen. Es kann gefeiert werden.

Zu vorgerückter Stunde drehen Friedel Hensch und ihr Trio im Gespräch die Zeit zurück. 1945 fing alles an. Im Mai, in Flensburg, auf dem Bahnhof. Werner, der wenige Tage zuvor am 19. April 23 Jahre alt geworden war, steht dort, 'bewaffnet' mit einer Wandergitarre und einem Rucksack. Der Zweite Weltkrieg hat ihn nach Besuch der Handelsschule, einem Industrievolontariat, dem Wirtschaftsabitur und einigen Semestern Volkswirtschaftsstudium sowie fünfjährigem Militärdienst hierher verschlagen. Er fragt sich, wie es weiter gehen soll und hat bald eine Idee: "Warum mache ich nicht, was ich am liebsten tue? Gitarre spielen, singen, Lieder schreiben." Das hat er bereits als Soldat zur Freude seiner Kameraden getan, hat Feiern organisiert, die allen die dunkle Kriegszeit etwas aufhellten. Meistens zusammen mit Karl Geithner, der jetzt mit ihm in Flensburg hockt und ebenfalls über seine Zukunft nachdenkt.

So geht es auch Friedel Hensch, ebenfalls in Flensburg. Sie ist mit einem Schiff aus Rostock gekommen, einem Pappkoffer in der Hand und ebenfalls einer Gitarre im Gepäck. Hensch ist eine junge Soubrette, geboren am 7. Juli 1906 in Landsberg an der Warthe. Am 23. Februar 1945 ist ihre kleine Wohnung in Berlin ausgebrannt, die sie sich von ihren Gagen eingerichtet hatte. Denn dort, wo sie seit ihrer Kindheit lebte, hatte die musikbegeisterte junge Dame, die bereits als Sechsjährige klassischen Ballettunterricht erhielt und nach dem Willen der Eltern Tänzerin werden sollte, eine gewisse Bekanntheit erlangt. Zwar hatte ein Sehnenriß dem Traum von der leichtfüßigen Solotänzerin ein jähes Ende gesetzt. Doch Friedel Hensch besann sich auf ihre stimmlichen Qualitäten und sattelte kurz entschlossen zur Chansonette um. Und das mit Erfolg: Sie bekam ein Engagement bei Eric Charel, das verwöhnte Berliner Publikum jubelte ihr zu. Doch das ist im Mai 1945 nur noch Erinnerung.

Auszug aus dem Booklet BCD16514 - Friedel Hensch & Die Cyprys Mein Kaugummi
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Art-Nr.: CD551995
 

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