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Who was/is Adam & Eve ? - CDs, Vinyl LPs, DVD and more


 

A D A M

Den Part als 'erster Adam' des Duos verkörperte ein Mann namens John Christian Dee. Glauben wir der ersten Original-Firmen-Biographie, war er, "bevor er nach Deutschland kam, bereits ein Star in Amerika und England und zwar unter dem Namen Johnnie Dee. Zwölf seiner Schallplatten standen schon in den Hit-Paraden, in vier Filmen hat er mitgewirkt und auch als Komponist hat er sich bereits einen guten Namen gemacht.....Eddie Cochran, Fats Domino und The Pretty Things haben seine Kompositionen interpretiert."

Abgesehen davon, daß heute jeder ein 'Star' ist, der unfallfrei ein Instrument, einen Ton oder Journalisten auf Trab halten kann, geht bereits im Auftakt-Absatz dieser Bio nahezu alles in die Wicken: Tatsächlich hat John Christian Dee den legendären Pretty-Things-Hit Don't Bring Me Down komponiert, aber: Nicht "zwölf seiner Schallplatten" standen damals schon in den Hitparaden, sondern gar keine. Die 'vier Filme' mit Dee sind möglicherweise Rollfilme in einem Fotoapparat gewesen – Leinwandwerke jedenfalls listet keine einzige der verläßlichen Kino-Datenbänke oder -Enzyklopädien. Und die Songverwerter Eddie Cochran und Fats Domino kommen nur infolge einer (beabsichtigten?) Verwechslung ins Spiel. Beide haben zwar Kompositionen eines 'Johnny Dee' bzw. 'Johnny D.' in ihr Repertoire übernommen – hinter diesen Namen jedoch steckte der amerikanische Musiker John D. Loudermilk, bekannt für Klassiker wie Sittin' In The BalconyTobacco Road und Indian Reservation, mit denen 'unser Adam' allerdings nicht das Geringste zu tun hat(te).

"Adam", so verkündet die Original-Biographie im O-Ton weiter, "ist in Tonawanda/Buffalo, NY State, USA zur Welt gekommen. Er hat indianisches Blut in seinen Adern. Sein Vater, ein Sioux-Indianer, erlangte als Auto-Rennfahrer unter dem Namen Gonzalez seinen Ruhm. Seine Karriere endete mit seinem tödlichen Unfall in einem Rennen 1950 in Italien. Adam wurde sein Talent für das Show-Business schon in die Wiege gelegt; seine Mutter war die französisch-kanadische Filmschauspielerin Lilliane Day."

Der Ort in den USA existiert. Doch sowohl die erneut bemühten internationalen Film-Dateien sowie Motorsport-Archive melden bei Lilliane (Lilianne) Day und Gonzalez (Gonzales) 'negativ'. Auch die Stammeszugehörigkeit der rasenden Rothaut bzw. seines Filius John Christian ist, vorsichtig formuliert, nicht ganz unumstritten. Im Booklet der CD 'The Pretty Things' (s.o.; Snapper SMMCD 548) äußert sich der britische Band-Sänger Phil May dazu wie folgt: "Johnny Dee war eine P.-J.-Proby-Kopie. Er rauschte in einem rosa Cadillac in die Denmark Street, trug einen Cowboy-Hut. Er sprach mit amerikanischem Akzent, aber ich glaube, er kam aus Darlington [Stadt im Nordosten Englands; B.M.]. Er behauptete, Sioux-Eltern zu haben – aber beim nächsten Mal waren es dann Cherokees." Kaum anzunehmen, daß Phil May vor 25 – 30 Jahren deutsche Firmen-Biographien zugeschickt bekam, aber er brachte die Sache exakt auf den Punkt: In einer späteren Pressemitteilung desselben Hauses war Dee dann nämlich in der Tat auf wundersame Weise vom Sioux zum Cherokee mutiert. Und daß May mit seinem Verdacht, Dee sei Engländer, gar nicht sooo falsch lag, sollte sich bei einer Schwurgerichtsverhandlung 1976 zeigen. Doch davon später in diesem Info-Labyrinth.

Die ersten 15 Zeilen dieser denkwürdigen Original-Firmen-Bio enden mit einem Hinweis auf Single-Veröffentlichungen des John Christian Dee: "Auf seinem Weg von Amerika über England nach Deutschland machte er für einige Monate einen Abstecher nach Schweden, wo er es fertigbrachte, vier seiner Platten gleichzeitig in die Hit-Parade zu bringen." Fest steht: Es gab in den Mittsechzigern die Band Johnnie Dee And His Dee-Troit Sounds (ex-Kenny & The Stringers). Von ihr wurde 1965 die Single I Heard It And I Lost It/Beautiful Dreamer (Sonet T 7214) veröffentlicht. Eine weitere 45er, She Belongs To Me/This Morning (Sonet T 7219), erschien lediglich mit dem Interpretennamen Johnnie Dee. Der Sänger, dies beweist die Cover-Optik, ist eindeutig John Christian Dee. Von offiziellen Hitparaden-Plazierungen in Schweden jedoch ist absolut nichts bekannt; Dee nebst Band tauchen kein einziges Mal dort auf, geschweige denn mit vier Titeln zugleich.

 

 

E V E

Ebenfalls eine Geschichte mit vielen Ungereimtheiten, die durch ungeprüftes Widerkäuen, erfundene Zusätze und – später – gezielte Auslassungen immer verworrener geriet 

Eve wurde als Eva Bartova am 26. März 1938 in der nordwestböhmischen Grenzstadt Vejprty (Weipert) in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. Diese Ortsangabe stammt von 1969, später wird ausschließlich Pilsen genannt. Während 'Bild' (10. März 1967) und 'HörZu' (Heft 32/1966) ihr eine Eislauf-Vergangenheit attestierten, wählten andere Quellen die Ballett-Variante: Erste Auftritte als sechsjährige Elevin im Opernhaus Pilsen. Mit 15 Tänzerin am Stadttheater von Annaberg (Erzgebirge, südlich von Chemnitz), wo sie auch Opern- und Operettenrollen gespielt haben soll. Ballett-Examen in Dresden bei der berühmten Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca (1902 – 1993). Später Rückkehr in ihre Heimat und erste Versuche als Sängerin unter ihrem Geburtsnamen.

1963 gilt als Jahr von Eves Übersiedlung in die Bundesrepublik. Als Ausgangspunkt ist die Tschechoslowakei im Angebot, obwohl die ex-DDR wahrscheinlicher ist. So hieß es z. B. im Magazin 'Leg auf' (Heft 2/1976): "Eve war 1963 mit ihrem Mann aus der Zone geflüchtet. Sie erzählt: 'Mein Partner sollte zur Armee eingezogen werden.'" Daß sie aus Pilsen erneut in die DDR (möglicherweise nach Weimar) gegangen war, dafür spricht auch zumindest eine Platteneinspielung von 1963 für das damals ostdeutsche Amiga-Label: Casanova Baciami, Interpretenname: Erika Bartova (Amiga 4 50 361; B-Seite: Dieter Resch und seine Trickgitarre; der Bartova-Titel ist ferner auf folgender LP enthalten: 'Amiga Express 1963 – Spitzenschlager des Jahres', Amiga 850 005).

Auszug aus dem Booklet BCD16590 - ADAM & EVE Die frühen Jahre & Raritäten (2-CD)
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Adam & Eve: Die frühen Jahre & Raritäten (2-CD)
Art-Nr.: BCD16590
 

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2-CD DigiPac (6-plated) with 60-page booklet, 54 tracks, playing time 158:37 minutes. Now, more than 30 years after their original release, Bear Family presents the collected works of the first line-up of Frankfort-based Adam & Eve …one of the most colourful...

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Adam & Eve: Live In Concert (Chicago 1981)...plus
Art-Nr.: CD1075043
 

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(2005/KOCH) 13 tracks plus bonus Dance Mix

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Adam & Eve: Starporait (CD)
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